Grundformeln der kinetischen Gastheorie

Kinetische Energie

                                                         m [masse]; vx,     
                         m     n           n             vy G.komponente    
(1)               E    = - * ( S(vx²(i)) + S(vy²(i)) )   S Summenzeichen    
                   kin   2     i           i             i Teilchennummer   
                                                         n Teilchenzahl     
 Das Programm setzt m=2 (Wasserstoff Molekül als einatomiges Gas!); wo-     
 durch der Faktor m/2 = 1 [Masseneinheit] wird.                             
                                                                            
(2)               T proportional E   :   E   =  RT     für 1 mol des        
                                  kin     kin          Idealen 2D-Gases     
                                                       R = 8.31451 J/mol/K  
                                         Ekin = (3/2)RT  3D-Gas

Mittelwerte der Geschwindigkeit(skomponenten)

                        1     n           n             1                   
(3)              <v²> = - * ( S(vx²(i)) + S(vy²(i)) ) = - * E               
                        n     i           i             n    kin            
                                                                            
(4)  u = Ö<v²>  wird in jedem Momentbild der Simulation bestimmt.        
                                                                            

Maxwell-Boltzmann Gleichgewichts-Verteilung für 2D-Gas

(5)        w(v)  = (m/kT) * v * exp(-mv²/2kT);                              
                                                                            
Daraus die Mittelwerte:   u = Ö<v²> = Ö(2kT/m) = exper. Wert          
                                                                            
(6) Mittlere Geschw.:    = Ö(pkT/2m) = Ö(p/4) * u = 0.8862 * u     
                                                                            
(7) Geschwindigkeit beim Maximum der Verteilung (wahrscheinlichste G.)      
                                                                            
                       v   = Ö(kT/m) = u/Ö(2) = 0.7071 * u            
                        max                                                 

Maxwell-Verteilung der Geschwindigkeitskomponenten

(8)   w(vx) = Ö[(m/2pkT)] * exp(-m(vx)²/2kT)   (Gauss'sche Glockenkurve)   
                                                                            
(9) Mittelwerte:                                                            
                   <vx> = <vy> = 0 , d.h. <v-vector> = 0                    
                                                                           

Boltzmann Verteilung der kinetischen Energie,

herausprojiziert in der       
                                                                            
barometrischen Dichteverteilung, wenn die Schwerkraft wirkt:           
                                              n(h) Teilchenzahl zwischen    
(10)            n(h) = n(0) * exp(-mgh/RT)    den Höhen h und h+dh,         
                                              m Masse des Teilchens         

Mit Ausnahme von (6) und (7) (Zahlenwerte 0.8862 und 0.7071) und (2): T     
proportional zu Ekin = Definition der Temperatur, wird keine der gegebenen  
Relationen im Programm benutzt, also werden weder die Maxwell-Boltzmann,    
Maxwell- noch Boltzmann-Verteilungen als gültig vorausgesetzt.              
Die Stösse zwischen den Teilchen werden unter der Annahme der               
   Erhaltung der kinetischen Energie und                                    
             der Summe je der Impulse in x- and y-Richtung bestimmt.        
Die Stösse zwischen den Teilchen und der Wände werden als elastisch ange-   
nommen (keine Verwandlung von kinetischer in potentielle Energie und umge-  
kehrt).                                                                     
Für adiabatische Volumenänderungen addiert der bewegte Stempel seine Ge-    
schwindigkeit ±vy(Stempel) vektoriell zu jener eines reflektierten Parti-   
kels.                                                                       
                                                                            
Wenn 'G'ravitation an ist, wird die dritte wichtige Verteilungsfunktion     
exakt simuliert: Die Boltzmann Verteilung der Energie. Das Histogramm       
der Populationen bei verschiedenen Höhen ist die Projektion der Boltzmann-  
Verteilung der Translationsenergie des mikrokanonischen Ensembles auf       
die (kontinuierlichen) Energieniveaus des Gravitationsfelds. Dies ist auch  
eine Invariante des Systems. Die Eigenschaft, die das direkt zeigt, ist     
die durchschnittliche Höhe des Schwerpunkts (grüner Strich), der nur von    
der totalen kinetischen Energie des Systems abhängt, wenn die Fall-         
beschleunigung und die Teilchenmasse konstant sind.                         
                                                                            
Die Resulte der Simulation, d.h. die Gültigkeit der drei wichtigen invar-   
ianten Verteilungen                                                         
    Maxwell-Boltzmann (5):  für den Absolutwert der Geschwindigkeit,        
    Maxwell           (8):  für die Komponenten vx und vy um ihren Mit-     
                            telwert, also 0, und                            
    Boltzmann         (10): für die Translationsenergie (barometrische      
                            Dichte-Verteilung),                             
sind Konsequenzen der Anwendung der Newton'schen Gesetze auf ein Ensemble   
von 255 Teilchen.                                                           
Da diese Verteilungsfunktionen experimentell beobachtet werden, simuliert   
das Modell die Eigenschaften des idealen Gases in Übereinstimmung mit dem   
Experiment und der kinetischen Gastheorie. Die letztere erhält diese        
Befunde ohne Computer-Simulation durch direkte Berechnung. Natürlich        
sollte man die Einsichten, welche die Simulation vermittelt, parallel oder  
anschliessend mit den Herleitungen der kinetischen Gastheorie vertiefen.    
Dies wird jedoch gewöhnlich erst auf Hochschulniveau möglich sein.          
                                                                            
Natürlich werden auch die einfacheren Relationen erfüllt:                   
    Boyle-Mariotte:      p*V = constant(T)         p Druck     V Volumen    
    Charles-Gay Lussac:  V/T = constant(p)         pV = nRT    n Molzahl    
                         p/T = constant(V)         T Temperatur             
    Poisson (Adiabate):  p*Vµ    = const.      und  µ = Cp/Cv           
                         T*Vµ-1  = const.                               
                         Tµ/pµ-1 = const.                               
                                                                            
Mehrere Tutorials zeigen diese Zusammenhänge in allen Einzelheiten.